Haibike eQ Xduro FS: Das E-Bike-Fully im X4BIKER-Test

Vertrieb: Haibike
Preis: 3.299 €
Gewicht: 19,5 Kg
Rahmenmaterial: Aluminium 6061, hydroforced tubes, reversed angle Bosch-Interface
Rahmengrößen: 44/48/52 cm
Rahmengeometrie: 48 cm (Beispielgröße)
Lenkwinkel: 70°
Sitzwinkel: 73°
Sitzrohrlänge: 480 mm
Oberrohrlänge: 555 mm (direkt), 585 mm (horizontal)
Kettenstrebe: 475 mm
Radstand: 1.151 mm
Federweg: 120 mm
Gabel: Rock Shox Reba SL, PopLoc, 120 mm
Schalthebel: Shimano SLX SL-M 660, Rapidfire
Schaltwerk: Shimano XT M 773 Shadow, 10-Gang
Bremshebel: Tektro Auriga Pro
Bremsen: Tektro Auriga Pro, hydraulische Scheibenbremse, 180mm Disc vorne und hinten
Tretkurbeln: Haibike
Pedale: ohne
Steuersatz: FSA DX, A-Head, semi-integriert, 1 1/8"
Innenlager: Bosch Mittelmotor 36 Volt, 250 Watt
Naben: Shimano Deore XT M756 Disc, Alunabe Schnellspanner vorne/Kassettennabe Schnellspanner hinten
Felgen: DT Swiss E 530 Disc, Alu-Hohlkammer, geöst
Speichen: DT Swiss Champion, schwarz 2,0mm
Reifen:
Schwalbe Nobby Nic, 26x2,25 faltbar, SV Ventil
Vorbau:
XLC Pro, A-Head
Lenker: XLC Pro Lowriser
Sattelstütze: XLC Pro 31,6mm, Alu Patent, Schelle mit Schnellspanner
Sattel: Selle Italia Nekkar
Motor: Bosch Mittelmotor 36 Volt, 250 Watt - unterstützt bis 25 KmH
Akku: Lithium Ionen 8 Ah, 36 Volt, 288 Wh
Display: Multifunktionsdisplay Bosch LCD
Einsatzbereich: Kurze Touren
Farbe: schwarz-weiß-blau

Vorab sei über diesen Test gesagt, dass man E-Bikes auf ganz verschiedene Weisen unter die Lupe nehmen kann. Zum einen greifen immer mehr untrainierte Fahrer auf E-Bikes zurück, die mit Hilfe des Motors ihre fehlende Fitness ausgleichen wollen, zum anderen können aber auch gut trainierte Fahrer Spaß mit einem E-Bike haben, da es sie den Berg wesentlich schneller hinauf bringt, ohne dass sie sich weniger anstrengen, womit am Ende des Tages aber mehr Fahrspaß verbucht werden kann. Da alle unserer X4BIKER-Tester aus der Race-Szene kommen und somit nach wie vor über einen hohen Grad an Fitness verfügen, wollten sie beim Testen des Haibike eQ Xduro FS also keinesfalls Kräfte sparen, sondern das Maximum aus dem E-Bike-Fully heraus holen.

Verarbeitung
Da uns als Testbike ein Prototyp zur Verfügung gestellt wurde, könnten einige der hier präsentierten Bilder für Verwirrung sorgen. Zur Erklärung sei gesagt, dass das Serienmodell des eQ Xduro FS über eine interne Kabelführung verfügt und somit von den momentan noch zwei vorhandenen Kabeleingängen am Steuerrohr nur einer übrig bleibt. Diese innere Kabelführung gibt dem Bike einen hochwertigen Style und das vierkantige Unterrohr macht sich auch nicht schlecht, denn es sieht gut aus und macht dabei auch noch alles mit. Alles in allem macht der Aluminiumrahmen eh einen sehr robusten Eindruck und unter dem Bosch Motor wurde extrem stabil gebaut, sodass hier keine Probleme auftreten sollten, wenn man doch mal auf einer kleinen Kante aufsetzt. Auch Klappergeräusche traten während des gesamten Tests nicht auf, was auf eine sehr gute Verarbeitung des Materials schließen lässt.

Ausstattung
Die Shimano XT Gruppe ist für die Zielgruppe der E-Bike-Fahrer absolut ausreichend und auf einem guten Niveau. Wer aber mehr will, der sollte Verschleißteile im Laufe der Zeit einfach durch hochwertigere Komponenten ersetzen. Auch die 10-Gang-Schaltung mit nur einem Kettenblatt reicht für die Ansprüche an ein E-Bike völlig aus, denn die Power des Motors macht das kleine Kettenblatt beim Bergauffahren regelrecht überflüssig. Problematisch wird es nur, wenn der Akku seinen Geist aufgibt und man die 19,5 Kg des Haibike eQ Xduro mit reiner Muskelkraft den Berg hochbringen soll – da hört der Spaß am Biken dann doch auf. Die großen, 180 mm Scheibenbremsen vorne und hinten machen für uns absolut Sinn, denn das Gewicht des Bikes schiebt einen schon ordentlich bergab, sodass man sich mit dem Wissen um die hohe Bremsleistung auf jeden Fall sicherer im Sattel fühlt.

Wir würden lediglich eine vordere Kettenführung empfehlen, da die Kette im Test einmal abgesprungen ist und man hier direkt einen Stock zur Hilfe nehmen muss, wenn man sich die Finger nicht schmutzig machen will. Wer richtig sportlich fahren will, der sollte außerdem einen längeren und abfallenden Vorbau montieren oder den vorhandenen einfach umdrehen (so haben wir uns geholfen). Auch das Sitzrohr hat einen extrem flachen Winkel, sodass jeder einzelne Tester den Sattel bis zum Anschlag nach vorne schieben musste, um ein sportliches Gefühl zu bekommen – aber das kann ja auch immer Geschmackssache sein.

Einziges, aber dennoch entscheidendes Manko ist die Laufzeit des Akkus, die für eine Tagestour mit Freunden leider nicht ausreicht. Dies ist momentan jedoch noch ein generelles Problem der E-Bikes, sodass wir hoffen, bald Akkus mit größerer Reichweite oder E-Bikes mit zwei montierten Akkus auf dem Markt zu finden. Momentan bleibt einem leider nur die Lösung, seine Touren an die Akkulaufzeit anzupassen und zu verkürzen oder einen zweiten Akku im Rucksack mitzuführen, was aber sowohl mit einem Mehr an Gewicht und an Kosten verbunden ist.

Fahreigenschaften
Da der Akku einen ja vor allem beim Bergauffahren unterstützen soll, fangen wir hier auch gleich mal an. Der Motor hat einfach unglaublich viel Power, sodass Berge und Hügel mit mehr als doppelter Geschwindigkeit überwunden werden können, was schon richtig Fun bringt. Je nach Gusto kann der Fahrer sich hier selbst aussuchen, wie viel Eigenleistung er noch erbringen möchte und kann so auch eine der drei Unterstützungsstufen wählen. Gerade, wenn es um enge Kurven oder abruptes Wechseln von schnell auf langsam fahren geht, sollte man sein Gefährt aber gut kennen, denn der Motor läuft nach dem Aussetzen des Trittvorgangs noch ein wenig nach. Hat man den Kniff aber erstmal raus, stellt auch das kein Problem mehr dar. Kurze Gegensteigungen waren während der Testfahrt genau nach unserem Geschmack, denn man freut sich regelrecht darauf, die Steigung mit vollem Schwung in Angriff zu nehmen. Ein breites Grinsen war hier auf jedem Gesicht vorprogrammiert.

Auch die Bergab-Passagen hatten es mit dem eQ Xduro FS in sich, denn das E-Bike rollt dank seines tiefen Schwerpunkts wie ein Panzer bergab. Das verleiht Sicherheit und souveränes Fahrverhalten und auch das Tempo war zeitweise nicht zu unterschätzen. Die Lösung des Mittelmotors würden wir also in jedem Fall dem Hinterradmotor vorziehen, denn das Gewicht ist absolut gleichmäßig verteilt, sodass sich das E-Bike wie ein ganz normales Rad handhaben lässt. Das relativ kurze Oberrohr und der lange Radstand lassen das Bike darüber hinaus sehr laufruhig daher kommen. Die Federeigenschaften haben uns ebenfalls überzeugt und im Flachen wurde der Fahrspaß nicht durch störendes Wippen gemindert. Allerdings empfiehlt es sich, immer mit etwas mehr Luft in den Reifen zu fahren, als beim normalen Mountainbike, denn die fast 20 Kilo machen sich leider auch bei spitzen Steinen bemerkbar (wir waren mit 2,5 Bar unterwegs).

Hier zum Schluss noch ein kleines Fahrbeispiel, das die Akkulaufzeit verdeutlichen soll: Zunächst haben wir rund 15 Kilometer im Flachen ohne zusätzlichen Antrieb zurück gelegt, denn wir wollten uns die Power des Akkus bis zu den Spaß bringenden Trails aufheben. Dort angekommen, haben wir dann 750 Höhenmeter am Stück mit der Unterstützungsstufe 3 – welche die höchste Stufe ist – zurück gelegt. Bergab haben wir den Motor dann gelegentlich noch einmal zugeschaltet, sodass wir auch in engeren Kurven schnell voran gekommen sind. Wieder im flachen Terrain angekommen, war der Akku dann aber auch schon leer und die 15 Kilometer Heimweg wurden, wie schon auf der Hinfahrt, ohne Unterstützung bewältigt.

Fazit
Da das Haibike eQ Xduro FS richtig Spaß macht und nicht nur was für Hobby-Biker ist, würden wir es auch als Zweitrad empfehlen, denn mit dem E-Bike kann man auch nach der Arbeit noch eine kurze und vor allem schnelle Runde drehen, wenn die Zeit für eine lange Ausfahrt schon knapp wird. Der Spaßfaktor ist sowohl bergauf, als auch bergab gegeben und wäre das Fully jetzt noch mit einem besseren Akku ausgestattet, würden wir es als wahren Quantensprung in der E-Bike-Szene bezeichnen. Solange man sich aber klar darüber ist, dass sich die Ausfahrtszeiten aufgrund der Akkureichweite verkürzen, kann man mit dem eQ Xduro nicht viel falsch machen.

X4BIKER.com Test sehr gut

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